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Einleitung   Vorbereitung   Ankunft   Unterwegs    Essen    Verhalten  Religion   Hahnenkampf   

 

 

Einleitung

Bali wird mittlerweile jährlich von ca. 2 Millionen Touristen besucht , das entspricht der Hälfte der einheimischen Bevölkerung. Neben Java  ist Bali  ein äußerst dicht besiedeltes Gebiet dieser Erde. Die Balinesen leben zum überwiegenden Teil von der Landwirtschaft und dem Tourismus. Einkommen und Löhne sind niedrig, so verdient z.B. ein erfahrener Zimmermann ca. 5 € am Tag, ein Hilfsarbeiter die Hälfte. Das Gehalt eines Lehrers an einem Gymnasium liegt bei ca. 200 € monatlich. Rechnen Sie selber aus, wie viel Tageslöhne eines Einheimischen Sie nur für ein Abendessen ausgeben.
                                                                                                                          
             Ein  Berufsbildungswesen für Jugendliche ( die mit Lehrverträgen einen handwerklichen Beruf erlernen können ) existiert auf Bali nicht. Schulpflicht besteht für sechs Jahre, der Besuch weiterführender Schulen ist mit hohen Kosten verbunden.  Vierzig Prozent der Bevölkerung ist jünger als 16 Jahre alt, bei 72 Jahren liegt die durchschnittliche Lebenserwartung .

In den letzten Jahren hat sich die wirtschaftliche Situation verschärft. Die anhaltende Krise , Geldentwertung und Preissteigerung haben zu finanziellen Einbußen geführt . Da die Balinesen in der Regel über eigenes bzw. ihnen vom Dorf zur Verfügung gestelltes Land verfügen , erleiden sie keinen Hunger, aber es fällt den Einheimischen zunehmend schwerer, das erforderliche Geld für ihre religiösen Verpflichtungen aufzutreiben. Früher konnten die Balinesen von ihrer eigenen Reisproduktion leben, heute muss Reis zusätzlich importiert werden. Ursache dafür ist z.B. Landverkauf, d.h., ehemalige Reisfelder wurden zu großzügigen Grundstücken, die für den Tourismus genutzt werden ( Hotels, Golfplätze), umgewandelt. Weiterhin schwindet  jährlich die Anbaufläche für Reis. 

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Die ohnehin angespannte Lage wird noch dadurch verschärft, dass viele Indonesier anderer Inseln  meist aus Java , in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Touristenzentren Balis strömen. Sie versuchen, sich durch die unterschiedlichsten Tätigkeiten über Wasser zu halten, denn für sie geht es z.T. wirklich ums Überleben.

Bedenken Sie bitte, dass Betrügereien, Diebstähle , Betteln und aufdringliche Straßenhändler vor diesem Hintergrund gesehen werden müssen.  In den Augen der Einheimischen sind Sie reich, auch wenn Sie in Deutschland von Sozialhilfe leben würden, denn immerhin hatten Sie ja das erforderliche Geld, um das Flugticket zu bezahlen.  In Ihrem Urlaub wird Ihnen u.U.  neben dem Bilderbuch-Bali der Reiseveranstalter noch ein anderes, weniger attraktives Bali begegnen. Da stehen zerfallene Gebäude am Straßenrand, die Häuser sind nur an der Vorderseite verputzt und gestrichen, überall liegt der Müll herum, es wimmelt von streunenden Hunden,  Toiletten sind unsauber usw.  Erinnern Sie sich daran, dass Sie sich in einem Entwicklungsland befinden, wo der europäische Hygienestandard nicht erwartet werden kann und dass der Massentourismus mit Schuld an Umweltproblemen (z.B. Müll, Wasserknappheit) ist.  

Durch die schrecklichen Bombenattentate vom 12.10.2002 und 1.10.2005 hatte sich die wirtschaftliche Lage auf Bali verschlechtert. Der Tourismus war stark zurückgegangen, die Hotels nur unter 30% ausgelastet und viele im Tourismus Tätige arbeiteten entweder reduziert oder mussten unbezahlten Urlaub nehmen. 

Mittlerweile boomt der Tourismus wieder und die Besucherzahlen sind höher als je zuvor. Viele Einheimische haben ihr Land an Ausländer verpachtet und überall auf der Insel schießen Villen wie Pilze aus dem Boden. Oft verstoßen die Bauten gegen gültiges Recht, aber mit Schmiergeld kann man nach wie vor fast Alles erreichen. Die Bodenspekulation treibt die Grundstückspreise in irrsinnige Höhen, sodass nur noch reiche Indonesier oder Ausländer Land erwerben/pachten können.

Zusätzlich zu den (illegalen) Villen werden in den Tourismuszentren (Kuta, Legian, Seminyak, Kerobokan, Ubud) ständig neue supermoderne Hotels, Shopping-Malls und Restaurants gebaut.

Der Verkehr kommt regelmäßig zum Erliegen, in der rush hour bricht in Kuta und Umgebung Alles zusammen, in Denpasar zeigt sich das gleiche Bild.

 

 

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Vorbereitung

In früheren Zeiten war das Reisen ein Abenteuer, das beschwerlich, nicht ganz ungefährlich  und teilweise kostspielig war. Man benötigte Wochen oder gar Monate, um sich fernen und fremden Welten zu nähern. Heutzutage, in der Zeit der Düsenjets, werden große  Entfernungen in wenigen Stunden zurückgelegt und der Reisende vollzieht einen rasanten Wechsel in einen anderen Kulturkreis. Darauf muss er vorbereitet sein.

Medizinische Vorsorge ist für eine Reise in tropische Länder unerlässlich. Für die Einreise nach Bali sind keine Impfungen vorgeschrieben, es sei denn, man kommt aus einem Land, in dem es Gelbfieber gibt (Afrika und Südamerika) . Neben den üblichen Impfungen, die auch in Deutschland ratsam sind ( Tetanus/Diphtherie und Polio), sollte man sich gegen Hepatitis A / B und evtl. Typhus schützen.  Einige Zeit hieß es, Bali sei frei von Tollwut, das ist jedoch nicht mehr so. Jährlich sterben Einheimische an den Folgen der Tollwut.

Hinsichtlich Malaria müssen Sie sich aktuelle Informationen vor Ihrer Reise besorgen, Bali gilt mittlerweile als nicht mehr gefährlich, sodass eine Prophylaxe nicht vorgeschrieben ist. Durch einige kleine Tricks können Sie das Risiko, gestochen zu werden, verringern: ab dem späten Nachmittag den Körper mit langer , möglichst heller Kleidung bedecken, Schuhe tragen , unter einem Moskitonetz schlafen ,  insektenabwehrende Mittel (z.B. Autan) auftragen , Sprays, Elektroverdampfer oder Räucherspiralen ( letztere sind überall in Bali erhältlich) benutzen.

Problematisch ist der Schutz gegen die tagaktive Mücke, die das Dengue-Fieber überträgt. Es gibt keine Impfung und die einzige Möglichkeit, sich zu schützen ist, auch tagsüber Insektenschutzmittel auf die Haut aufzutragen.

Denken Sie daran, Ihre Medikamente, die Sie in Deutschland einnehmen müssen, mitzunehmen. Ob Sie darüber hinaus auch noch eine Reiseapotheke einpacken oder nicht, liegt bei Ihnen.  Sie können alle  gängigen rezeptfreien Medikamente auf Bali kaufen; oft sind sie günstiger als in Deutschland, insbesondere der Mückenschutz. Sollten Sie sich für die Mitnahme einer Reiseapotheke entscheiden, könnte diese wie folgt bestückt sein :

Schmerz - und Fiebermittel (Paracetamol, Aspirin), Mittel gegen Durchfall (Imodium), ein Antibiotikum, Wundsalbe (Bepanthen), Salben gegen Stiche und Juckreiz (Soventol), Augentropfen (Berberil), Desinfektionsmittel (Betaisodona, Mercuchrom), Binden, Pflaster, Fieberthermometer. Falls Sie bei der Rückreise Platz im Gepäck für die vielen neuen Sachen , die Sie in Bali erstanden haben, benötigen, können Sie die Reiseapotheke einem einheimischen Arzt oder einem Gesundheitszentrum (puskesmas) schenken. Sie wird dankbar entgegen genommen.

Apropos Gepäck : auf Bali gibt es ein riesiges Angebot an Bekleidung und Kunsthandwerk. Nehmen Sie also so wenig Bekleidung wie möglich mit, damit Sie viel Platz für Ihre Einkäufe haben. Wenn Sie näheren Kontakt zu Einheimischen haben werden Sie merken, dass diese sich freuen, wenn sie zum Abschied etwas Persönliches von Ihnen erhalten, und das kann z.B. durchaus ein Handtuch, ein getragenes T-Shirt oder ein anderes Bekleidungsstück sein, das Sie nicht unbedingt wieder mit nach Hause nehmen möchten. In den Tropen ist leichte, nicht eng anliegende  helle Bekleidung aus Baumwolle am besten. Für Touren in die Berge sollten Sie dennoch einen Pullover und festes Schuhwerk anziehen. Die Mitnahme einer Taschenlampe ist sehr zu empfehlen, da es in Bali ab 18.30 Uhr schlagartig dunkel wird und Sie den Heimweg  ( z.B. vom Restaurant in die Bungalowanlage) mit Beleuchtung besser finden.

Sonnenschutz ist unbedingt zu empfehlen. Auch bei bedecktem Himmel herrscht eine intensive UV-Strahlung, die zu einem Sonnenbrand führen kann. Aloe-vera, im indonesischen “lidah buaya” (Krokodilszunge) genannt, ist ein probates Mittel, verbrannte Haut zu behandeln. Die Pflanze wächst vielerorts auf der Insel. Sonnencreme ist auf Bali sehr teuer, es ist sinnvoller, diese bereits in Deutschland zu kaufen.

Eine Reisekrankenversicherung ( bei einigen Kreditkarten z.B. Visa bereits enthalten) sollte unbedingt abgeschlossen werden. Bei Reisegepäckversicherungen müssen Sie die Bedingungen genau durchlesen, damit im Schadensfall auch gezahlt wird, denn oft gibt es viele Ausnahmeregelungen, die die Versicherungen von der Erstattungspflicht befreien.

Als Zahlungsmittel bieten sich neben den üblichen Kreditkarten auch Reiseschecks in US-Dollar an. Der Wert der indonesischen Währung (rupiah) ist instabil und der Kurs wechselt fast täglich. Die unzähligen Geldwechselstuben auf Bali bieten Kurse, die meist etwas besser als die bei einer Bank sind. Sie müssen jedoch darauf achten, dass nicht nachträglich noch auf den Kurs, der auf der Straße angeboten wird, plötzlich “commission” (Provision) fällig wird. Geldautomaten  ( für Master- und Visacard ) sind ausreichend vorhanden. Auch auf Bali gilt ab 1.1.02 der Euro, sodass die früheren Landeswährungen der 12 Mitgliedsstaaten nicht mehr akzeptiert werden.

Die Hauptreisezeit für Europäer sind die Monate Juli und August, man kann aber das ganze Jahr über Urlaub auf Bali machen. Die Durchschnittstemperatur liegt zwischen 25 und 32 Grad. Die Monate April bis Oktober bilden die sogenannte Trockenzeit, von November bis März reicht die Regenzeit. Hier fallen die meisten Niederschläge, aber selten regnet es den ganzen Tag . Die Luftfeuchtigkeit kann bis zu 98 % betragen.   

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Ankunft

Die meisten Touristen kommen über den Luftweg nach Bali. Aus Europa beträgt die Flugzeit zwischen 17 und 23 Stunden, abhängig von Flugroute und Fluggesellschaft.. Fragen Sie im Reisebüro nach. Es empfiehlt sich, möglichst früh zu buchen, da die Plätze für die Sommermonate meist schon am Anfang des Jahres ausgebucht sind.

Für die  Einreise benötigt man einen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig sein muss und ein Rückflugticket. Der Aufenthalt für bis zu 30 Tagen ist kostenlos, eine Visumspflicht wurde im Sommer 2015 abgeschafft.

Alle , die länger als 30 Tage im Land bleiben möchten müssen ein Visum vor der Einreise im jeweiligen Heimatland beantragen. Näheres erfahren Sie bei den zuständigen Konsulaten bzw. der Botschaft.

Es besteht Einfuhrverbot für Drogen, Waffen, Munition, Pornografie, chinesische Medizin und Schriften sowie Fernseher, Radios und Cassettenrecorder. 

Bei der Ausreise wird eine Steuer in Höhe von 200 000 Rp. erhoben.

Obwohl der Flughafen neu gestaltet worden ist, entstehen bei der Einreise lange Warteschlangen, da nie alle Schalter besetzt sind.

Bedenken Sie, dass die Kofferträger für ihre Dienste entlohnt werden müssen, auch wenn Sie noch kein Geld getauscht haben. Wenn Sie kein Hotel gebucht haben (von dessen Fahrer Sie ansonsten abgeholt würden), können Sie mit einem Taxi zu Ihrem Zielort   ( Kuta, Legian, Sanur etc.) fahren. An der Taxizentrale vor dem Flughafengebäude können Sie die Festpreise zu bestimmten Orten auf einer Tafel sehen.

In den ersten Tagen sollte man sich nicht überanstrengen, da der Körper durch das sogenannte “Jet-Lag” geschwächt ist. Vermeiden Sie den übermäßigen Genuss von Alkohol und körperliche Anstrengungen.

Mittlerweile gibt es sehr günstige Pauschalreisen und viele Touristen machen davon Gebrauch. Sollten Sie aber nur den Flug gebucht haben und eine Unterkunft vor Ort suchen, sollten Sie die erste Nacht bzw. den ersten Tag in der Nähe des Flughafens verbringen, um in Ruhe das weitere Vorgehen zu planen. In Kuta und Legian finden Sie ein breitgefächertes Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten, ab 5 € aufwärts.... 

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Unterwegs

Der Straßenverkehr auf Bali wird von Jahr zu Jahr dichter. Einer Gesamtbevölkerung von vier Millionen Menschen  stehen   2,5 Millionen  Fahrzeuge gegenüber ( davon ca. 2 Millionen Motorräder) , die in Bali zugelassen sind. Auf der Insel kann es jederzeit zu Verkehrsbehinderungen kommen, sodass Sie für wenige Kilometer wesentlich länger brauchen als geplant. Dafür kann es viele Gründe geben. Ein Autounfall, eine Prozession, die die Straße benutzt, Reisebusse aus Java während der Schulferien und zu Feiertagen, ein schlechter Straßenzustand, plötzliche Regenfälle usw .  Die Hauptstadt Denpasar erliegt regelmäßig in den Stoßzeiten einem Verkehrsinfarkt. Üben Sie sich also in Geduld und freuen Sie sich, wenn es doch zügiger geht als ich gerade behauptet habe.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, auf Bali herum zu reisen. Einige erschließen sich die Insel per Rad, andere nehmen an organisierten Touren teil, wieder andere mieten ein Auto mit Fahrer oder sitzen selber hinter dem Steuer, oder aber sie benutzen öffentliche Verkehrsmittel. Am teuersten aber sichersten sind die organisierten Fahrten. Preislich günstiger ist es , sich ein Auto mit Fahrer zu mieten. Preis Verhandlungssache. Noch unabhängiger sind Sie, wenn Sie selber am Steuer sitzen, aber das ist nicht ganz ungefährlich und nicht unbedingt ratsam. Auf Bali  herrscht Linksverkehr, was gewöhnungsbedürftig ist, und die Einheimischen fahren , mit europäischen Augen betrachtet, so chaotisch, dass man sehr konzentriert und defensiv fahren muss. Dies trifft noch mehr dann zu, wenn man ein Motorrad mietet. Bezeichnend für den Verkehr auf Bali ist, dass auf den Straßen sehr wenig Platz zur Verfügung steht, d.h., der Abstand zu allen Seiten zwischen Ihrem Fahrzeug und den anderen Verkehrteilnehmern , Fußgängern, Straßenhändlern, Baustellen usw. ist äußerst gering. 

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Zu dem Mietpreis, der abhängig vom Modell ist ( am günstigsten sind die japanischen Suzuki-Jeeps) kommen noch die Benzinkosten ( ca. 40 Cent pro Liter Normalbenzin). Außerdem müssen Sie sich erkundigen, ob für den Wagen eine Versicherung besteht. Wenn dies nicht der Fall ist,  übernehmen Sie das Risiko, im Schadensfall  bis zu 1500 US-Dollar selber zu tragen. Leider zeigt die Erfahrung, dass der Tourist im Schadensfall, auch wenn er den Unfall nicht verschuldet hat, meist die Schuld zugewiesen bekommt. Überprüfen Sie das gemietete Auto vorher, um auf eventuelle Vorschäden aufmerksam zu machen. Wenn Menschen bei einem Unfall verletzt werden, wird automatisch der Fahrzeugführer schuldig gesprochen. Weiterhin ist zu erwähnen, dass die Balinesen einen Zebrastreifen völlig ignorieren, d.h., auch hier ist Vorsicht beim Überqueren der Straße geboten.

Sollten Sie sich für öffentliche Verkehrsmittel entscheiden, müssen Sie wissen, dass diese nach Einbruch der Dunkelheit nur noch sehr selten verkehren. Oft sind die Fahrzeuge völlig überfüllt und Sie haben u.U. sehr engen Körperkontakt mit den Mitreisenden.  Aircondition ist nicht vorhanden, es sei denn, Sie benutzen Überlandbusse nach Java.  Die Nummernschilder der öffentlichen Verkehrsmittel  sind gelb, rote Schilder haben Regierungsfahrzeuge ( staatliche und öffentliche Ämter und Einrichtungen usw. ) , schwarz dagegen alle privaten Fahrzeuge. Mietfahrzeuge dürfen Bali nicht verlassen. An Bus- und Bemostationen gibt es keine festgelegten Abfahrt- und Ankunftzeiten, man muss meist solange warten bis das Fahrzeug voll ist, bevor es sich in Bewegung setzt. Wenn Sie irgendwo zusteigen wollen, stellen Sie sich einfach an den Straßenrand und stoppen herannahende Bemos/Busse durch Handzeichen  (bei ausgestrecktem rechten Arm mit der Hand zum Körper winken, Handfläche dabei nach unten zeigend).  Bevor Sie einsteigen müssen Sie erst den Fahrpreis aushandeln . Zwar gibt es einen offiziellen Preis, aber in der Regel wird man von Ihnen einen etwas erhöhten Preis verlangen. Wenn Sie aussteigen möchten , was jederzeit unterwegs möglich ist, rufen Sie dem “kernet”, meist ein junger Mann, der das Fahrgeld einsammelt, “stoppa” bzw. “kiri” (links ran) zu. 

NEU !!    

Es verkehrt ein öffentlicher Bus  (Sarbagita)regelmäßig zwischen Nusa Dua und dem Busterminal Batubulan. Er ist klimatisiert und supermodern, hält an verschiedenen Haltestellen entlang der Schnellstraße und kostet momentan 3500 Rupiah für eine Strecke.

 

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Essen

Balinesen essen gern ( und schnell ). Früh am Morgen wird der Reis für den ganzen Tag gekocht und die Familienmitglieder bedienen sich in der Küche bei Bedarf. In den Dörfern benutzt man selten Besteck, d.h., die Mahlzeit wird mit den Fingern der rechten Hand gegessen. Je nach finanzieller Möglichkeit gibt es Beilagen, z.B. Gemüse, Tofu, Sambal, Eier, Krupuk ,Fisch, seltener Fleisch. Im Allgemeinen ist das Essen scharf gewürzt. Obst ist eigentlich immer vorhanden. Getrunken wird in der Regel Tee.

Wer (aus verschiedenen Gründen) nicht zuhause essen kann oder will, nimmt seine Mahlzeit in einem “Warung” ein. Das ist ein kleiner Stand am Rande der Straße, der ein preiswertes leckeres Gericht anbietet: Gado-Gado, Soto ayam, Pecel lele usw.  Oft kann man auch “nasi bungkus” bestellen, das ist Reis mit Beilagen , eingepackt in Papier oder Bananenblätter, zum mitnehmen. Am Warung gibt es einfache Sitzbänke, und hier trifft man sich auch zum klönen. Sehr beliebt sind auch die Warungs, die ein Warenangebot , ähnlich einem Kiosk, anbieten.  Auf Nachtmärkten und an Bemostationen bieten Essenstände vielerlei Speisen an. Zudem gibt es die Straßenverkäufer “kaki lima” genannt. Dies sind fast ausschließlich Javaner, die auf zweirädrigen Karren schmackhafte Zwischenmahlzeiten verkaufen , z.B. bakso - eine Suppe mit Fleischbällchen , bakmi- Nudeln, sate- Fleischspieße, terang bulan -Pfannkuchen, rujak- eingelegtes Obst oder Gemüse . Die Gerichte werden frisch hergestellt und sind sehr preiswert. 

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Zudem gibt es noch die einfachen Restaurants, “Rumah makan” genannt, die unterschiedliche Gerichte anbieten. Die junge Generation lässt sich zunehmend von westlichen Fast-Food-Restaurants anlocken. “Pizza-Hut“ und “Mc Donald“ haben regen Zulauf ...

Neben den einfachen und preisgünstigen Möglichkeiten bietet sich dem Touristen natürlich ein breites Angebot an Restaurants in den Ferienorten und Hotels der Insel. Der Auswahl sind keine Grenzen gesetzt, ob indonesisch, japanisch oder europäisch, Fisch, Fleisch oder vegetarisch, hier können Sie nach Herzenslust schlemmen. Bei der Vielfalt an Speisen ist es unmöglich, eine Empfehlung auszusprechen. Dennoch möchte ich Sie auf zwei Gerichte hinweisen, die mir persönlich sehr gut geschmeckt haben :eine besondere Spezialität Balis ist Spanferkel, “babi guling” genannt. Sie bekommen es z.B. auf dem Markt in Gianyar oder auf Vorbestellung in einigen Restaurants. Das zweite Gericht ist “sate lilit” , eine Masse aus Garnelen und Fisch, die um einen Zitronengrasstengel gewickelt über einem Kokosschalenfeuer gegrillt wird. Besuchen Sie einmal einen Markt, um Obst zu kaufen. Es wird grundsätzlich gehandelt. Das Angebot an Früchten ist saisonal und neben Bananen und Ananas gibt es noch viele schmackhafte Arten, die Sie probieren sollten : Papaya, Mango, Granatapfel, Guave, Jackfruit, Mangostane, Passionsfrucht, Rambutan, Sawo, Sternfrucht und Salak.      

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Religion

Das gesamte Leben der Balinesen , von Geburt bis zum Tod , wird von ihrem Glauben beherrscht. Die Religion nennt sich “Agama Hindu Dharma “, die Ursprünge liegen im indischen Hinduismus und somit glauben die Balinesen an die Wiedergeburt. Auch hier finden wir ein Kastensystem, aber nicht so streng wie in Indien. Weitere Unterschiede sind, dass der Leichnam nicht sofort verbrannt werden muss und dass die Kuh nicht als heilig angesehen wird. Zudem beinhaltet die “Agama Hindu Dharma” animistische Züge, wie z.B. den Glauben an böse Geister (leak) , schwarze Magie und an eine beseelte Natur ( Steine, Bäume und Berge können von  Göttern bewohnt sein). 
Trance und Blutopfer (z.B. beim Hahnenkampf) gehen ebenfalls auf eine vorhinduistische Zeit zurück.

Bali ist berühmt wegen seiner einzigartigen Religion, die auch trotz Massentourismus ihren Stellenwert im täglichen Leben der Einheimischen nicht verloren hat. Über das Jahr verteilt finden Tausende von Feiern und Zeremonien statt, sodass der Eindruck entstehen kann, die Balinesen sind ein fröhliches Volk, das sich unbeschwert in Festlichkeiten ergeht. Das ist jedoch ein Trugschluss. Ein nicht unerheblicher Anteil dieser Aktivitäten ist nämlich notwendig, um das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse aufrecht zu erhalten. Das Wohlergehen der Einheimischen ist ständig bedroht von bösen Mächten, die mit Opfergaben  im Zaum gehalten werden müssen. Das beginnt schon morgens vor dem Reiskochen und zieht sich über den Tag verteilt bis zum Abend hin. Auch Ahnen können auf Versäumnisse der Lebenden hinweisen, indem sie Krankheiten schicken.            

Insgesamt gesehen sind die religiösen Vorstellungen und die Götterwelt sehr umfangreich und den meisten  Einheimischen , bis auf die wichtigsten, selber nicht bekannt. Wie auch in Europa gibt es dafür die “Spezialisten” sprich Priester.  Nur die Brahmanen (Oberpriester) können das heilige Wasser herstellen, das für alle Arten von Zeremonien und Segnungen erforderlich ist. Ihnen obliegt es ,bei allen wichtigen Ereignissen die heilsbringenden Mantras zu sprechen. Die “pemangkus” sind einfache Dorfpriester, die den Brahmanen bei wichtigen Anlässen assistieren oder aber die kleineren alltäglichen Zeremonien im Dorf bzw. im eigenen “banjar” (Dorfbezirk) oder “dadia” (Familienclan) durchführen.     

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Hahnenkampf

Nicht zu übersehen und zu überhören sind, neben den zahlreichen Hunden, die Kampfhähne der balinesischen Männer. Überall an den Straßen, besonders in den Dörfern, stehen große geflochtene Körbe , unter denen sich diese Tiere befinden. Auf die Pflege und das Abrichten bzw. Trainieren der Hähne wird viel Zeit verwendet . Der Hahnenkampf stellt eigentlich ein Blutopfer dar, das zu hohen Feiertagen erbracht wird. “Praktischerweise” ist er aber auch der Lieblingssport der balinesischen Männer bei dem sie ihre Wettleidenschaft ausleben können. Offiziell ist der Hahnenkampf als Wett- bzw. Glücksspiel verboten, wird aber dennoch häufig veranstaltet. Neben einem Geldgewinn kann ein siegreicher Hahn seinem Besitzer viel Prestige im Dorf einbringen; bei einer Niederlage jedoch genau das Gegenteil. Die Kämpfe werden normalerweise in einem Ring (wantilan) abgehalten. Die gegeneinander kämpfenden Tierpaare werden erst vor Beginn des Kampfes ausgewählt. Stehen die Gegner fest, so werden den Hähnen rasiermesserscharfe Stahldolche (taji) an den Füßen festgebunden. Währenddessen beginnen die Zuschauer lautstark Wetten auf die Kontrahenten abzuschließen. Danach werden die Tiere in der Mitte des Platzes in Stellung gebracht und der Kampf beginnt. Durch Zupfen an den Halsfedern und Anpusten werden die Tiere aggressiv gemacht und stürzen sich, sobald sie losgelassen werden, sofort aufeinander. Meist ist der Kampf nach weniger als 1 Minute vorüber da einer der beiden Hähne so schwer verletzt ist, dass er nicht mehr weiterkämpfen kann. Nachdem der Kampf vorbei ist werden die Wettgelder ausgezahlt und die Prozedur wiederholt sich wie beim vorangegangenen Mal. Sollten die beiden Hähne einmal nicht kämpfen wollen, werden sie gemeinsam unter einen Korb gesperrt; aufgrund der Enge ergibt sich schnell eine Entscheidung. Frauen sind bei Hahnenkämpfen höchstens als Verkäuferinnen anwesend.        

Seit dem 01.08.2005 wird konsequent gegen den Hahnenkampf seitens der Polizei vorgegangen. Dies geschieht auf Anweisung der Zentralregierung aus Jakarta,  die jedwede Art von Glücksspiel unterbinden möchte.

In Bali hat sich vehementer Protest und Widerstand gegen das Verbot gebildet, insbesondere, da Distriktsdekrete den Hahnenkampf offiziell in gewissem Umfang erlauben. Viele Einwohner sind der Meinung, dass der Hahnenkampf als Teil der balinesischen Kultur erhalten bleiben müsse. 

Viele Kleinhändler, die bei Hahnenkampfveranstaltungen ihr Geschäft machen konnten ,sehen sich jetzt  dieser Verdienstmöglichkeit beraubt, was finanzielle Auswirkungen haben wird. Nach wie vor finden heimlich Hahnenkämpfe statt, die Zeitungen berichten hin und wieder von Festnahmen und Verurteilungen.

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Verhalten

Es gibt einige Dinge, die Sie im Umgang mit Balinesen beachten sollten. Wie bereits beschrieben kontrollieren die Einheimischen ihre Gefühle sehr stark. Ärger und Wut zu zeigen, indem man z.B. die Hände in die Hüften stützt, schreit oder mit dem Finger droht, ist sehr verpönt und auch der Tourist verliert durch das Zeigen derartigen Verhaltens sein Gesicht; versuchen Sie also, ruhig zu bleiben selbst wenn Sie allen Grund zum ärgern haben. Obwohl die Balinesen untereinander ständig Körpernähe herstellen, sollten Sie es vermeiden, Menschen anzufassen oder Kindern den Kopf zu streicheln. Der Kopf ist heilig, der Sitz der Seele. Er darf nicht “beschmutzt “werden.; dies ist auch der Grund dafür, dass es bisher keine Hochstrassen auf Bali gibt. Zudem darf der Balinese nicht unter Wäscheleinen und aufgestellten Leiter hindurchgehen. Nehmen Sie es gelassen hin, wenn Sie häufig nach Namen, Beruf und Ehestand gefragt werden. Die Einheimischen interessiert ihre Antwort nicht wirklich, sie versuchen nur ihre soziale Stellung herauszufinden, um sich darauf einzustellen und entsprechend zu reagieren. Es ist so wie das “na, wie geht es Ihnen in Deutschland. In Asien laufen die Uhren anders, auch auf Bali herrscht die “Gummizeit”( jam karet ) . Wundern Sie sich nicht, wenn Verabredungen nicht klappen oder Leute viel zu spät kommen, das ist landesüblich. Falls Sie mit den Fingern essen wollen ( bei privaten Einladungen )  benutzen Sie bitte nur die rechte Hand, die linke gilt als unrein, da die Einheimischen sich damit auf der Toilette reinigen. Auch Waren, Essen oder andere Gegenstände sollten mit der linken Hand weder gereicht noch entgegen genommen werden.   

In touristischen Ballungszentren und  an viel besuchten  Attraktionen werden Sie unweigerlich mit Straßenhändlern konfrontiert . Die Art und Weise, wie man versucht, Ihnen die Waren zu verkaufen, kann teilweise sehr unangenehm sein und  Unbehagen und Ärger bei Ihnen hervorrufen. Versuchen Sie dennoch, Ihr Gesicht nicht zu verlieren und  freundlich abzulehnen.  Unverschämtheiten sollten Sie sich jedoch auch nicht gefallen lassen.                                                                             

Handeln gehört auf den Märkten und vielen kleinen Geschäften zum Alltag. Machen Sie einmal einen Versuch, es macht Spaß. Bieten Sie etwas weniger als die Hälfte des geforderten Preises und einigen Sie sich zwischen der Hälfte und dem Anfangspreis des Verkäufers. Bevor Sie etwas kaufen, insbesondere bei Kunsthandwerk, Bildern und Kleidung sollten Sie sich überlegen, was Ihnen das betreffende Stück wert ist. Es macht dann überhaupt nichts, wenn Sie letztlich nicht bis zum äußersten beim handeln gehen, da die angebotenen Waren insgesamt um ein Vielfaches preiswerter als bei uns sind.  Falls Sie überhaupt nicht handeln möchten , da Sie kein Interesse an dem Angebotenen haben, sagen Sie es dem Händler deutlich , z.B. “I am just looking around” bzw. auf indonesisch “saya melihat-lihat saja”. Balinesen lassen sich gerne fotografieren aber Sie sollten vor Aufnahmen von Menschen erst die Erlaubnis einholen “boleh saya      memotret ?“ bzw. “may I take a picture?” Es kann Ihnen umgekehrt passieren, dass Sie von indonesischen Touristen um ein gemeinsames Foto gebeten werden, d.h., Sie sollen mit auf das Bild , zur Erinnerung . Dieses  Foto wird dann zuhause stolz vorgezeigt. Bei Zeremonien ist Zurückhaltung geboten, Sie werden feststellen, dass niemand höher sitzt oder steht als der Oberpriester, das Besteigen von Tempelmauern ist nicht erlaubt. Tempel können nur mit entsprechender Kleidung betreten werden, d.h. , Schultern und Knie müssen bedeckt sein, ein Schal (slendang ) muss um die Hüften getragen werden 
( damit der Kopf frei von unreinen Gedanken und Gefühlen bleibt ). Während ihrer Menstruation dürfen Frauen Tempel nicht betreten.

Ärgern Sie sich nicht falls Sie eine falsche Auskunft bekommen  ( z.B. hinsichtlich Richtung , Lage oder Entfernung eines Ortes, einer Sehenswürdigkeit etc. ). Selbst wenn Balinesen etwas nicht wissen werden sie eher eine Aussage machen als zugeben, dass sie die Frage nicht beantworten können.

Zu guter letzt : lassen Sie sich anstecken vom Lächeln und tun Sie es auch, so manches wird dadurch leichter und angenehmer. 

Nun zum Abschluss noch zwei Hinweise : die Abfluggebühr am Flughafen Ngurah Rai beträgt 200 000 Rupiah. Übergepäck kann teuer werden, es liegt z.T. im Ermessen des Dienst habenden Personals und ist abhängig von der Auslastung des betreffenden Flugzeuges. Nehmen Sie daher möglichst wenig auf der Hinreise mit, damit Sie auf dem Rückflug genügend Platz für die Einkäufe und Souvenirs haben ( und somit teuer zu bezahlendes Übergepäck vermeiden ).

Bei der Ankunft in Deutschland werden  Sie mit den geltenden Zoll-Einfuhrbestimmungen konfrontiert. Beliebte Mitbringsel sind balinesischer Kaffee und Gewürze. Verpackt ist die Einfuhr kein Problem. Souvenirs im Wert  bis insgesamt 175 € sind zollfrei, ebenso die Einfuhr von 200 Zigaretten (die süßen Kretekzigaretten gibt es in Packungen von 240 Stück) oder 250 g Tabak, 1 Liter Schnaps (Cognac etc.) oder 2 Liter Wein bzw. Likör (22%).

Was nicht eingeführt werden darf sind : Schildpatt, Korallen, Tiere ohne CITES und unter Artenschutz stehende Pflanzen. Falls diese Pflanzen zudem endemisch in Indonesien sind werden Sie bereits Schwierigkeiten haben, sie aus Indonesien auszuführen. Antiquitäten (älter als 100 Jahre)  werden mit 16% besteuert.

Es ist ratsam, Quittungen über die Einkäufe zu haben, um den Kaufpreis gegebenenfalls belegen zu können.

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